Doch handelt es sich bei Marx nicht einfach um den Kampf gegen die institutionalisierte Religion und ihre Theologie („... von jeher der faule Fleck der Philosophie“). Dementsprechend wird Religion als solche von den Autoren nicht affirmiert, sondern von Freud und Marx als eine ״Illusion/Neurose“ und teils als Ideologie begriffen, die es abzuschaffen gilt, während Feuerbach zumindest eine partikulare Zurückweisung der Religion, nur unter der Beibehaltung eini­ger ״sinnvoller“ Elemente der Theologie, fordert. 6 Anm. Einerseits liegt der Religion die elementare Wahrheit inne, dass der Mensch sich zu seinem (unend- lichen) Wesen verhält; somit markiert die Religion, wenn auch verschlüsselt, das eigentliche Wesen des Menschen. Doch er meinte damit nicht nur – wie oft behauptet –, dass Religion von oben verordnete »Volksverdummung« sei. Klassischerweise wird mit Religionskritik der Name Ludwig Feuerbach verbunden. Weil zwischen der Gattung und dem Individuum eine Differenz besteht, ist es dem Individuum möglich, dass er die Gattung zu einem Gott überhöht und nicht erkennt, dass es sich bei Der Fall alter und der Aufstieg neuer Götter, lag in ihrer geschichtlichen Dynamik. Polemisch lässt sich Feuerbachs Gattungswesen als ein zweiter Gott beschreiben, der den ersten nur ablöst.  (Institut für Jüdische Studien). Dieser Transzendenz weist Marx kritisch nach, dass sie als eine Abstraktion vom Menschen das Echo einer realen Abstraktion des Kapitals ist. 8 Feuerbach, Ludwig: Das Wesen des Christenthums. Siglen und Zitierweise 1.0 Zielsetzung der Arbeit 2.0 Einleitung 2.1 Genetische Argumente 2.2 Der Begriff der Projektion 3.0 Ludwig Feuerbach 3.1 Grundzüge der Religionskritik Feuerbachs 3.2 Feuerbachs Erklärung religiöser Phänomene 3.2.1 Bewußtsein und Gattung bei Feuerbach 3.2.2 Motiv I: Die Wesensprädikate der Gattung 3.2.3 Motiv II: Natur 3.2.4 Motivation der Projektion 3.3 Feuerbachs Kritik der Theologie und des Christ… - Zielsetzung der Religionskritik Sigmund Freuds, ״Für Deutschland ist die Kritik der Religion im wesentlichen beendigt und die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.“1, Der Gedanke, die Welt als nicht von Gott eingerichtet zu betrachten, ist historisch noch relativ jung. Karl Marx war Atheist und Kritiker jeglicher Religion. Zu Omar Chajjams Zeiten wäre wohl niemand darauf gekommen, den Dichter der Ketzerei zu beschuldigen, sagt Katajun Amirpur, Professorin für Islamische Studien an der Universität Hamburg: „Man ertrug die religionskritischen Sprüche Andersdenkender mit relativ großer Gelassenheit. Marx begreift hier die Religion auch als kreativen Umgang der Menschen mit ihren realen Nöten: «Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elends und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Auch in seinem Geschichtsverständnis blieb er sein Le­ben lang Hegel treu. Religionskritik als reductio ad hominem meint schon bei Feuerbach nicht den Verlust Gottes, sondern seinen Eingang in eine Aufwertung des Menschen: Die Transzendenz Gottes wird zur profanierten Transzendenz der Gattung. Erst mit dem Einsetzen der Auf­klärung die sich zum Ziel setzte, den Menschen als seinen eigenen Herren einzusetzen, begann die Skepsis gegenüber dem Transzendenten, in welcher Form es auch immer auftrat, sich radikaler zu artikulieren. Marx’ Kritik an Feuerbach Vorstellung der Religionskritiker Ludwig Feuerbach, Karl Marx, Sigmund Freud, Richard Dawkins und ihren Theorien. Religionskritik bei Feuerbach, Marx und Freud: Homo homini deus est. James H. Leuba, der als Pionier der Religionspsychologie gilt, hielt auf der Suche nach einem universalen Religionsbegriff in seinem Werk ״The Psychological Origin and Nature of Religion“ (London 1921) nicht weniger als 48 Defi­nitionen fest, die er anschließend allesamt verwarf. Ers- tere ist vor allen Dingen in ״Das Wesen des Christenthums“ zu finden und wird dann durch letztere in ״Das Wesen der Religion“ ergänzt. Hat sie eine Funktion und wenn ja welche? Indem nun Marx den Begriff der Gattung kritisiert, wendet er sich gegen den rudimentären Fortbestand religiöser Figuren in Feuerbachs Kritik der Religion. Häufig wird das Zitat verfälscht in der Version Religion ist Opium für das Volk benutzt. Aus dieser Abhängigkeit entstand eine ״Urreligion“, welche er als ״Naturreligion“ umschreibt. In dieser Differenz von Individuum und Gattung liegt für Feuerbach der Ansatzpunkt seiner Religionskritik, die sich durch die klassische Figur der reductio ad hominem verstehen lässt: Alle Eigenschaften Gottes sollen auf Eigenschaften des Menschen zurückgeführt werden. - Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN Seine Religionskritik hat nichts mit einer szientistischen Religionskritik zu tun, die Religion aus Mangel an Beweisen verwirft. Diesem wirft Feuerbach einen mangelnden Bezug seiner Theorie auf die sinnliche(-lebensweltliche) Erfahrung vor; Hegel beging den Fehler, so Feuerbach, den theologischen Kern seines Systems seiner Philosophie vorauszusetzen und ihn als Wahrheitsbegriff voranzustellen ohne diesen erst zu entwickeln. Grundsätzlich erklärt Feuerbach die Entstehung der Religion über zwei theoretische Zugänge: 1. über die sog. In einem berühmten Ausspruch bezeichnet Marx die Religion deshalb als Opium des Volks. Religionskritik bei Feuerbach, Marx und Freud: "Homo homini deus est". 2.4 Feuerbach: Quo vadis? Linksnet ist ein Projekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung und versteht sich als eine technische Plattform für linke Zeitschriften für Politik und Wissenschaft. „Das Bewusstsein kann nie etwas Anderes sein als das bewusste Sein, … bei den Publikationen/Verlagen. Die Kemthese Feuerbachs lautet indes, dass die Gottesvorstellung auf eine unbewusste Vorstellung des Menschen zurückgeht, die er in ״Das Wesen des Christenthums“ (1841), ״Das Wesen der Reli­gion“ (1846) und einigen weiterführenden Vorlesungen10 als das bestimmt, was heute allgemein hin als ״Projektion“ bezeichnet wird. Marx : … 20 Min.) Feuerbachs religionskritische Vorarbeit war hierin so radikal, weil er mit seinem »anthropologischen Materialismus« die Religion aus der Sphäre des Geistes zum Menschen zurückführte. So schreibt er in der Vorrede zur zweiten Fassung von ״Das Wesen den Christenthums“: ״der Vorwurf, dass nach meiner Schrift die Religion Unsinn, Nichts, pure Illusion sei, [...] nur dann Grund [hätte], wenn ihr zufolge auch das, worauf ich die Religion zurückführe, was ich als ihren wahren Gegenstand und Inhalt nachweise, der Mensch, die Anthropologie Unsinn, Nichts, pure Illusion wäre.“9. Während Feuerbach jedoch in ״Das Wesen des Christenthums“ noch behauptet, diese ״Projektion“ sei bloß eine unbewusste Vorstellung des Menschen über sich selbst, und eine an G.F.W. Einer seiner meistzitierten Aussprüche lautet: »Religion ist das Opium des Volks«. Der Mensch ist dem Menschen Gott | Schwinge, Christian | ISBN: 9783668711006 | Kostenloser Versand für alle Bücher mit Versand und Verkauf duch Amazon. Die Konsequenz der zur Kapitalismuskritik radikalisierten Religionskritik kann demgegenüber nicht mehr in der Interpretation, sondern muss in der Praxis liegen: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an, sie zu verändern.“[8] Religionskritik erfüllt sich für Marx erst in der Revolution. Und vor allen Dingen: Was ist Religion? 4 Kosick, Ingo: Die Definition von Religion. Bei Feuerbach bleibt der Begriff der Gattung partiell unbestimmt und damit offen. Karl Marx (1818–1883) begreift im Anschluss an Feuerbach Religionskritik als die Voraussetzung aller Kritik. In seinen 11 Thesen über Feuerbach schreibt er am Schluss: „ Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, … Und Friedrich Nietzsche war sogar davon überzeugt, dass er Gott getötet habe. Feuerbach, Ludwig: Das Wesen des Christenthums. Sowie bei Feuerbach geht jedoch auch bei Marx mit der Kritik an der Transzendenz der Gattung dessen Potential in den Menschen ein. Unter: http://www.religion-ethik.de/religion/definition-was-ist- religion.html (Abgemfen: 16.02.2018). Religion - Referat: Gottesbild Ludiwg Feuerbach und Karl Marx Eingeordnet in die 12. in purer Abstraktion. Menschen projizieren ihre Wünsche auf ein höheres Wesen (Gott) und wenn sie dieser Projektion gewahr werden, löst sich die Religion durch die Selbsterkenntnis von selbst auf. Marx ist der Überzeugung, dass die Wirklichkeit des Menschen durch wirtschaftliche und soziale Faktoren geprägt ist. Die Gattung Mensch ist dabei nicht die globale Vielheit der Einzelmenschen, sondern lässt sich am griffigsten mit so etwas wie einer vagen Idee des Menschseins umschreiben. d. A.: Zu nennen wäre an dieser Stelle vor allen Dingen die Vorlesung ״über das Wesen der Religion“ aus dem Jahr 1849. Die profane Existenz des Irrtums ist kompromittiert, nachdem seine himmlische oratio pro aris et focis widerlegt ist. Der Mensch ist dem Menschen Gott: Schwinge, Christian: Amazon.sg: Books Es werden Feuerbach, Marx, Freud und Dawkins in einer erfrischenden Weise behandelt. Seine Religions- und Feuerbachkritik gibt die Idee eines höchsten Wesens und die Idee der Gattung nicht auf, sondern schreibt sie in der Utopie „der menschlichen Gesellschaft oder der gesellschaftlichen Menschheit“[9] fort: „Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, daß der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.“[10] Weil der Mensch in der Gegenwart ein erniedrigtes und gerade kein menschliches Wesen ist, mobilisiert Marx das Transzendenzpotential von Religion und Gattungsbegriff, um über das Bestehende hinaus eine utopische Idee gelungenen Menschseins zu begründen. Berlin 2013. Marx kritisiert jedoch einen wesentlichen Mangel an Feuerbachs Religionskritik: Feuerbach tue so, als ob jeder Mensch als Individuum oder als abstraktes Wesen seine Religion produziere, wohingegen der Mensch – so Marx – vor allem als konkret-praktisches und damit schon immer vergesellschaftetes (gesellschaftliches) Wesen zu begreifen sei Und genau deswegen spiegele Religion auch nicht … 4.1 Freud: Grundlagen der Psychoanalyse Die Rückführung der Abstraktion des Gattungswesens auf den wirklichen Menschen funktioniert vielmehr durch den Ausweis, dass dieses Abstraktum des Menschen ein Echo gesellschaftlicher Verhältnisse ist. Dieser trügerische „Kultus des abstrakten Menschen“[4], wie Marx ihn an der Religion und an Feuerbach kritisiert, ist nach Marx Ausdruck davon, dass alle Menschen unter einer allgemeinen Herrschaft des Kapitals oder des Marktes nicht mehr in ihren einzelnen Bedürfnissen und Fähigkeiten zählen, sondern sie unterschiedslos als Ware Arbeitskraft dem Marktgeschehen unterworfen sind. Religion der Zukunft Ein Forschungsfeld, das sich explizit der substanzialistischen Definition be­dient, ist die Religionsphänomenologie. Wendy Brown, Professorin für politische Wissenschaften an der Universität von Kalifornien, Berkeley, hat in dem Sammelband „Nach Marx“ (Suhrkamp) auf die enge Verwobenheit von Religion und Warenwelt bei Marx hingewiesen. Die Religionskritik Feuerbachs ist, ganz allgemein gesprochen, als der Versuch zu betrachten die Religion selbst auf ihre menschlichen Ursprünge zurückzuführen; das Transzendente (übernatürli­che) also zurück in das Weltliche (Natürliche) zu bringen. Als ak… Damit stellt Feuerbach das Bewusstsein des Menschen über ihn selbst bzw. Wenn ich ehrlich bin, habe ich Hegel und viele seiner Nachfolger nie wirklich verstanden. Gegen die friedliche Koexistenz von Naturwissenschaft und Religion in einem solchen Missverständnis schlägt  Feuerbach den Weg philosophischer Kritik ein. Diese Sorte Religionskritik zielt auf eine einseitige Vernichtung des Religiösen. Er ist das Purgatorium der Gegenwart." Im Verlauf der Arbeit wird ersichtlich werden, dass auch wenn die oben skizzierten Definitionen zu Lebzeiten der hier behandelten Autoren nicht gebräuchlich waren, sowohl Freud als auch Feuer­bach/Marx in ihren Religionstheorien primär einen funktionalistischen Begriff von Religion ver­wenden und sie die Religion als einen Verblendungszusammenhang7 betrachten, welchem eine indi­viduelle, soziale und gesellschaftliche Funktion zu kommt, die jedoch keineswegs positiv ist. Religion als auch Theologie lassen sich, so Feuerbach, auf die Anthropologie (und Physiologie) zurückführen. Sigmund Freud Marx ist subtiler als Feuerbach, der die Religion als sein Hauptthema unabhängig von Strukturen der Arbeitswelt kritisierte. Feuerbach versteht unter dem Terminus Mensch zweierlei, nämlich den Menschen im Sinne des individuellen Einzelmenschen und den Menschen im Sinne des Allgemeinen der Menschheit, den Menschen als Gattung. Demnach ist Religion ein Phänomen, ״ das das Heilige, das Transzendente, das Absolute, das Numi- nose oder das Allumfassende zum Wesen hat“.4 Dargestellt werden kann der substanzialistische Re­ligionsbegriff u.a. 3 Anm. In der Einleitung zu ״Das Wesen des Christenthums“ benennt Feuerbach den zentralen Unterschied zwischen Mensch und Tier als den ausschlaggebenden Faktor für die Entstehung der Religion und stellt mit seiner genetisch-kritischen Erklärung12 einen ersten Ansatz zur Erklärung der Genese der ersten ״Gottesvorstellung“ vor. Damit würde man viel mehr erreichen und bewegen, als das die Religion überhaupt im Stande wäre. Gattung und Individuum können nicht aufeinander reduziert werden, sondern das Menschsein liegt in dem Bewusstsein ihrer irreduziblen Bezogenheit. Sowohl Feuerbach/Marx3 als auch Freud lieferten Antworten auf diese Fragen die im Verlauf der Arbeit skizziert und dargestellt werden sol­len. 11 Feuerbach, Ludwig: Das Wesen des Christenthums. Diese dient nach Marx nur dazu, die Existenz des Menschen durch Träumereien und Trost im Jenseits erträglich zu machen und so das faktische Elend zu verlängern und zu legitimieren. - Hohes Honorar auf die Verkäufe 1 Marx, Karl, Engels, Friedrich: MEW. So bestimmt und deutlich die Schranke als Schranke, das Übel als Übel von dem In­dividuum gewußt wird, ebenso bestimmt und deutlich wird von ihm das Jenseits, wo diese Schranken wegfallen, gewußt.“11. Religionskritik und Revolution Menschsein besteht für Feuerbach damit in dem Verhältnis zwischen Individuum und Gattung. Er h… Das Wesen des Menschen ist durch dieses Bewusstsein, welches ein Bewusstsein über das Unendliche (Vernunft, Wille und Lie­be) ist15, bestimmt und offenbart gleichzeitig die ״Wahrheit“ und die ״Unwahrheit“ der Religion. Gegenüber der Religionskritik eines positivistischen Szientismus baut die Religionskritik in der geschilderten Tradition den Menschen nicht in den Mauern wissenschaftlicher Tatsachen ein, sondern arbeitet an der Idee einer offenen Zukunft. Wie reagieren Christen und Muslime auf Kritik an ihrem Glauben – damals und heute? Religion bei Marx lässt sich nicht ohne die linkshegelianische Kritik an der überhöhten Bedeutung der Religion bei Hegel verstehen. Berlin 2013. Gott eigentlich um die menschliche Gattungsganzheit handelt. Jahrhunderts wur­den inzwischen in der neueren Religionswissenschaft durch zwei Oberbegriffe ״abgelöst“, respekti­ve können einem der folgenden Oberbegriffe untergeordnet werden, wobei auch diese nicht über die Unschärfe der Definition dessen, was Religion denn eigentlich sei, hinwegtäuschen können: I. Substanzialistischer/Essenzialistischer Religionsbegriff. Hier wie dort bleibt jedoch der Mensch in seiner konkreten Einzelexistenz außen vor, weil er einer spiritistischen Transzendenz unterworfen bleibt. 13 Vgl. Zugespitzt könnte mensch formulieren, dass die Transzendenz Gottes durch die Transzendenz der Gattung ausgewechselt wird. In der Natur selbst hegt der Grund und die Ursache für den Men­sehen. Nur indem er den Menschen doppelt, als Einzelmenschen und als offene Gattung, versteht, die im Einzelmenschen nicht aufgeht, gelingt Feuerbach die kritische Rückführung der Religion auf den Menschen: Das Verhältnis von Gott und Mensch wird in die weltliche Binnendifferenz von Gattung und Mensch übersetzt. Forum Recht - Das rechtspolitische Magazin für Uni und soziale Bewegungen, Feuerbachs Religionskritik und Marx' Feuerbachkritik. Dieser besteht für Marx in dem „[E]nsemble der gesellschaftlichen Verhältnisse“. S.180L. Tatsächlich eröffnet sich mit Feuerbach jedoch eine weitaus komplexere Linie der Religionskritik. Er kennt nur den Menschen als Einzelnen, nicht den Menschen im Allgemeinen. d. A: Aufgrund der Tatsache, dass sich Karl Marx in einem Großteil seiner Überlegungen zur Religion auf Feuerbach stützt bzw. S.18. Diese höchst reale und primäre Abstraktion vom Einzelmenschen in der kapitalistischen Wirklichkeit ist für Marx die Grundlage für die vergeistigte und sekundäre Abstraktion von ihm in Religion oder Philosophie. Die Kritik am religiösen Selbstverlust des Menschen soll dessen Mündigkeit wiederherstellen, indem das Gottesbewusstsein darauf zurückgeführt wird, Gattungsbewusstsein zu Religionskritik des beginnenden 21. Daher ist eine zweite reductio ad hominem erforder-lich: Sowie Gott auf eine gottesähnliche Abstraktion des Menschen zurückgeführt wurde, muss nun diese Abstraktion des Menschen auf den wirklichen Menschen zurückgeführt werden. Die Kritik der Religion als reductio ad hominem bedeutete bei Feuerbach, dass die Menschen ihr Gottesbewusstsein als Gattungsbewusstsein interpretieren sollen. Diese Art der Toleranz wurde geboren aus einem Gefühl der Stärke, der Überlegenheit geg… genetisch-kritische Erklärung und 2. über seine Theorie des Abhängigkeitsgefühl. Im Gegenteil! März 2011 um 19:49. Diese Sorte Religionskritik zielt auf eine einseitige Vernichtung des Religiösen. Typisch für den funktionalistischen Begriff ist ein Verständnis der Religion als Mittel der Angst- oder Kontingenzbewältigung, als ein weltanschauliches Phänomen zur Deutung von (Le- bens)-Erfahrung, Natur, Leid und Tod, sowie als ein gemeinschaftsbildendes Mittel (Feste, Bräuche, Liturgie). In diesem Kontext stehen auch szientistische Religionskritiken, wie sie etwa durch Richard Dawkins bekannt geworden sind. Die Religion, als das erste ״Aufblitzen“ menschlicher Vernunft um das Sein und das den Menschen Umgebende zu erklären, prägte über Jahrtausende das menschliche Zusammenleben. Theismus und (ein einseitig gezeichnetes) Christentum liefern die Modelle zu einem Einheitsbegriff der Religion. Karl Marx (1818--1883) Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie (1843) Religion als entfremdetes Bewusstsein, als „Opium des Volkes“ verhindert die Emanzipation der Unterdrückten durch Vertröstung Friedrich Nietzsche (1844- 1900) So wenig es den allgemeinen Menschen, sondern immer nur einzeln existierende Menschen gibt, so wenig gibt es laut Feuerbach den Einzelmenschen ohne menschliche Gattung. 2.1 Feuerbach: Grundlegendes zur Religionskritik S.24. Ludwig Feuerbachs religionskritischer Ansatz kann man also in vier Aspekte unterteilen: Erkenntnis der Religion als Projektion Der Mensch muss erkennen, dass Gott lediglich eine Projektion seiner unerfüllten Wünsche und positiven Eigenschaften ist. Berlin 2013. Hinsichtlich des substanzialistischen Religionsbegriff wur­de immer wieder die Kritik angebracht, dass nicht alle ״Religionen“ so etwas wie Gott oder ein übernatürliches Wesen zum Gegenstand haben (Buddhismus)6 und dass der essenzialistische Begriff die Gegenstandsdefinition dessen, was definiert werden soll, als Inhalt übernimmt (d.h. die Innen- perspektíve einer Religion). Der Mensch, der in der phantastischen Wirklichkeit des Himmels, wo er einen Übermenschen suchte, nur den Widerschein … 2. Seine zweite Säkularisierung ist auch eine zweite Rettung der religiösen Potentiale, die durch den Begriff der Gattung nur  unzureichend eingelöst sind. Marx betrachtete seine Religionskritik als eine explizite Weiterentwicklung der Feuerbachs … Und wir haben ihn ge- tötet!“2. Hegel angelegte Bewusstseinstheorie als Fundament gebraucht, koni- giert er diese Sichtweise in ״Das Wesen der Religion“ dahingehend, als dass er Gott nunmehr als menschliche Abstraktion der Natur begreift. Jedoch ist dem Menschen nicht bewusst, dass eben diese Gottesvorstellung letztlich auf ihn selbst zurückfällt - und gerade dies macht das ״merkwürdige“ Wesen der Religion aus: die unbewusste Entäußerung des menschlichen Wesens. Bd. Dieser Umstand würde es, laut Feuerbach, unmöglich machen die Theologie aufzulösen bzw. Seinen Zenit findet dieses Abhängigkeitsverhältnis im ״Naturereignis“ des Todes, denn auf diesen hat der Mensch weder Ein­fluss noch kann er ihn ״fassen“ . Das Tier ist laut Feuerbach zwar zum Selbstge­fühl fähig, besitzt aber anders als der Mensch kein Bewusstsein und ist sich nicht selber Gegen­stand. Der Mensch spürt seine Abhängigkeit von der Natur (Luft, Wasser, Nahrung) und erhebt diese Dependenz zum Bewusstsein. Religionskritik - Nägel zum Sarg Gottes? [1] Karl Marx, Thesen über Feuerbach, Marx-Engels-Werke (MEW) Band 3, 1969, 5. Sie erschien 1830 kurz nach dem Ausbruch der Unruhen, die im Gefolge der Pariser Julirevolution zwei Jahre lang auch ganz Deutschland erschütterten und im Hambacher Fest gip… Karl Marx und Sigmund Freud bauten ebenfalls darauf. 2 Nietzsche, Friedrich: Werke in drei Bänden. Dem Hauptteil vorweg gestellt wird ein Exkurs zu den gängigen wissenschaftlichen Definitionen der Religion, mit dem Ziel, die behandelten Autoren nach Möglichkeit religionswissenschaftlich einordnen zu kön­nen. Das heißt nicht, dass ich es nicht energisch genug versucht hätte. Er streicht das Religiöse nicht einfach durch, sondern nimmt es ernst und macht es paradoxerweise zum Motor seiner Religionskritik, indem er es in den Begriff der Gattung einwandern lässt. 2.3 Feuerbach: Zur Funktion der Religion - über die ״Projektion“ Bevor wir uns der Theorie eines Denkers widmen, sollten wir uns zumindest schnell einen Überblick über sein Leben verschaffen. - Jede Arbeit findet Leser, Universität Potsdam In diesem Kontext stehen auch szientistische Religionskritiken, wie sie etwa durch Richard Dawkins bekannt geworden sind. Mit ihm wird eine populäre Kritik der Religion assoziiert, die Religion auf eine Projektion des Menschen runterbricht. In einer seiner Vorlesungen über das Wesen der. In seinen Frühschriften weist er auf die Doppelnatur von Religion hin: [12] „Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Der junge Marx nennt ihn ein Fegefeuer der Gegenwart, weil es für ihn keinen anderen Weg zur Wahrheit und Freiheit gibt, als durch den Feuer-bach. Feuerbach hat sein Religionsbild aus einem Christentum abgeleitet, das Frömmigkeit verjenseitigt und individualisiert; die Welt wird nur mehr als … Eine ähnliche Kritik wird heute häufig am substanzialistischen Religionsbegriff geübt, der den Inhalt dessen was definiert werden soll (Religion) übernimmt und voraussetzt. seine Annahmen teilt und übernimmt, wird im Verlauf der Arbeit häufiger von ״Feuerbach/Marx“, nicht als Einheit, aber als Zusammenhang die Rede sein. Ludwig Feuerbach Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät.“[3] Damit ist die Perspektive der Kritik weg von Philosophie hin zur Gesellschafts- und Ökonomiekritik vorgegeben. Die einzelnen Kapitel werden aufeinander aufbauen und die Arbeit grundsätzliche in zwei Haupttei­le gegliedert werden: In einen ersten Teil, der die Positionen Feuerbachs und Marx behandelt und in einen zweiten, der sich der Religionskritik Freuds widmen wird. Ludwig Feuerbach (1804 bis 1872) war Philosoph und Anthropologe und avancierte durch seine Religionskritik zum Vordenker der Dissidenten des Vormärz. 10 Anm. - Publikation als eBook und Buch 12 Anm. Klassischerweise wird mit Religionskritik der Name Ludwig Feuerbach verbunden. Seine größte Wirkung dürfte Feuerbach jedoch bei Karl Marx gefunden haben.